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#6: Neustart mit Klang: Wie Führung, Vertrauen und Mut Entwicklung in der Hörakustik ermöglichen

Kim Beckemeier hat vergleichende Religionswissenschaften studiert, selbst Hörsysteme getragen und sich irgendwann gefragt, ob der eingeschlagene Weg wirklich ihrer sein kann. Heute leitet sie ein Hörakustikstudio. In dieser Folge erzählt sie gemeinsam mit Trainerin Birthe Thiemann von ihrem beruflichen Neustart, von Momenten des Zweifelns und von Menschen, die ihr Vertrauen geschenkt haben. Es geht um persönliche Entwicklung durch Feedback, um die Bedeutung von guter Begleitung und um den Mut, neue Schritte zu wagen. Auch die Akademie Schloss Plön spielt eine Rolle – als besonderer Lernort, an dem fachliche Qualifikation und persönliches Wachstum eng zusammengehören und neue Perspektiven entstehen.

Station Voice [00:00:01] Willkommen bei Hearing Connects, dem Podcast für Hörakustik von Fielmann. 

Tobias [00:00:15] Ich habe mal bei ChatGPT eingegeben: Sag mir, warum gutes Hören so wichtig ist? Die Antwort dürfte euch nicht wirklich überraschen: Gutes Hören verbindet mit anderen Menschen. Es unterstützt die geistige Leistungsfähigkeit und verbessert Lebensqualität. Und außerdem sorgt es für mehr Sicherheit im Alltag. Kann ich nur sagen, gut, dass es uns gibt, denn hier bei Hearing Connects dreht sich alles um gutes Hören. Heute zum Beispiel auch um ungewöhnliche Karrierewege in der Hörakustik. Und die optimale Chancen-Nutzung bei der Aus- und Weiterbildung. Mein Name ist Tobias Plöger, und zu diesem Thema habe ich mir heute die Religionswissenschaftlerin Kim Beckemeier eingeladen. Grüß dich, Kim.

Kim [00:00:57] Hallo. 

Tobias [00:00:58] Kim, du hast vergleichende Religionswissenschaften studiert und das hat mit deinem Besuch hier bei Hearing Connects gar nichts zu tun. Du bist hier, weil du, nachdem du dein Studium beendet hast, Hörakustikerin geworden bist. Ich glaube, das musst du uns mal erklären. Warum? 

Kim [00:01:12] Ja, das ist eigentlich ziemlich einfach. Vergleichende Religionswissenschaften sind eine Geisteswissenschaft. Und viele wissen, wenn man Geisteswissenschaft hört, da ist nicht sehr viel, was man danach machen kann. Und das ist sehr schwierig. Und genau vor dem Punkt stand ich auch kurz vor Ende meines Studiums, dass ich überlegt habe, ich brauche einen Plan B. Sonst muss ich gucken, was mache ich überhaupt damit? Möchte ich für immer im Museum arbeiten, oder alle zwei Jahre meinen Job wechseln. Und ja, ich habe selbst auch Hörsysteme und war bei vielen verschiedenen Akustikern. Und dann hatte ich einen Akustiktermin und dann kam es irgendwie über mich, meine Akustikerin zu fragen: Hey, sag mal, wie ist das denn als Hörakustikerin so? Sie hat mir dann gesagt, wie das so ist, wie es abläuft. Dass das ein schöner Job ist. Ich persönlich hatte immer das Gefühl, meine Akustiker waren tiefenentspannt, total angenehm, glücklich mit ihrem Leben. Und das wollte ich eigentlich auch sein. Und ja, sie hatte mir dann den Tipp gegeben, dass ich mich bei Hybriden, so wie sie sagte, mal umschaue. Ich sagte dann ja, was ist mit Hybrid gemeint? Ja, Brille und Hörsystem. Fielmann. Da bin ich aus allen Wolken gefallen. Wie Fielmann hat auch Hörsysteme? Ja, das wusste ich tatsächlich gar nicht. Und so habe ich mich dann beworben, habe mich natürlich vorher noch mal erkundigt, habe dann auch sehr viel Rückhalt bekommen nach dem Studium nochmal eine Ausbildung zu machen – normalerweise ist das ja genau andersrum.

Tobias [00:02:52] Und so wurde aus Kim, der Religionswissenschaftlerin, eine Auszubildende, die mit über 30 nochmal ganz neu angefangen hat. Wie war das für dich, mit 18-Jährigen plötzlich wieder die Schulbank zu drücken? 

Kim [00:03:03] Ja, es war auf jeden Fall spannend und auch lehrreich für mich. Man kann sich da natürlich auf anderen Ebenen nochmal austauschen. Ungewohnt war es vielleicht ein bisschen, aber nicht wirklich. Also es sind auch tatsächlich nicht nur 18-, 19-Jährige dabei. Die Hörakustik ist eigentlich auch mitunter dafür bekannt, dass viele Studierte oder Studienabbrecher oder die, die schon mal eine andere Ausbildung gemacht haben, dabei sind. Die meisten in der Berufsschulklasse haben tatsächlich vorher schon was gemacht. Das ist gar nicht so selten. Tatsächlich ist es recht häufig, dass sie vorher nicht direkt von der Schule in die Ausbildung gekommen sind, sondern irgendwas dazwischen war. Und genau da saß ich mit anderen, die vielleicht Ähnliches gemacht haben. Das war gut. 

Tobias [00:03:46] Und würdest du sagen, deine Studienzeit war verschwendete Zeit? Oder konntest du irgendwie bei deiner Ausbildung davon profitieren? 

Kim [00:03:53] Nein, also die Studienzeit würde ich jederzeit wieder machen. Also ich bin sehr, sehr viel gereist. In den Religionswissenschaften beschäftigt man sich mit allen großen Religionen und dementsprechend hat man viele Exkursionen, et cetera. Man ist da mal durch Indien getingelt, hat vielleicht auch mal im Iran sich was angeguckt und so weiter. Und das sind alles Sachen, die einen menschlich wachsen lassen. Und wenn man viel mit Personen, auch anderer Kulturen, zu tun hat, nimmt man das mit und das hat man in der Akustik immer als Vorteil, denn man hat mit so vielen verschiedenen Personen zu tun. Also es war definitiv keine verschwendete Zeit.

Tobias [00:04:29] Und in dieser Ausbildung hat Kim dann übrigens Birthe Thiemann kennengelernt. Birthe ist Trainerin, verantwortlich für Aus- und Weiterbildungskurse in der Hörakustik. Und auch sie habe ich heute eingeladen. Herzlich willkommen, Birthe. 

Birthe [00:04:42] Hallo.

Tobias [00:04:43] Erklär uns erst mal kurz deine genauen Aufgaben. Was machst du? 

Birthe [00:04:46] Ich bin verantwortlich für den Trainingsbereich Hörakustik bei Fielmann und das beinhaltet zum einen Trainings für Auszubildende, Gesellen, neue Mitarbeitende, Meisterschüler, Trainees in der Hörakustik, die zur Führungskraft weiterentwickelt werden. Also ein ganz buntes Programm quasi. 

Tobias [00:05:01] Und was bringst du denen bei? 

Birthe [00:05:03] Ich bringe denen vor allem das Leben in der Niederlassung bei, denn sie werden bei mir nicht vorbereitet auf irgendwelche Prüfungen, sondern wirklich auf den Alltag in der Niederlassung, wie wir bei Fielmann mit unseren Kunden umgehen. 

Tobias [00:05:14] Du bist außerdem Philosophietrainerin. In diesem Zusammenhang von Philosophie zu sprechen: Was bedeutet das? 

Birthe [00:05:22] Wir bei Fielmann haben die Philosophie „Der Kunde bist du“. Und das bedeutet, dass wir unsere Kunden ehrlich, fair und auch transparent beraten. Und das haben wir nicht nur in der Hörakustik, sondern auch in der Augenoptik, da kommen wir her und da hat es uns einfach gezeigt, dass wir damit unsere Kunden bei Fielmann richtig begeistern. 

Tobias [00:05:39] Wobei ich denke, das gilt bestimmt für alle Akustikerinnen und Akustiker, egal wo sie arbeiten, dass sie Menschen helfen wollen und sich gut um sie kümmern möchten, oder? 

Birthe [00:05:47] Ja, auf jeden Fall, das unterstreiche ich sofort. Hörakustiker sind Menschen, die Menschen helfen wollen. Und was uns besonders wichtig ist, ist die Kundenzufriedenheit. Und wir stellen die Kundenzufriedenheit vor unseren Profit. Wir wollen, dass Kunden zu 100% glücklich und zufrieden das Hörakustik-Studio verlassen. 

Tobias [00:06:06] Kim, wie hast du das damals empfunden? Diese Ansage: Profit ist nicht so wichtig, kümmere dich erstmal optimal um die Bedürfnisse deiner Kunden. Hast du das ernst genommen? 

Kim [00:06:14] Ja, ich war unsicher, ob ich das tatsächlich ernst nehmen kann. Man hört eben oft von Kunden oder auch aus eigener Erfahrung, dass Hörgeräte unfassbar teuer sind und man immer die besten und teuersten Hörgeräte haben möchte. Das ging aber dann relativ schnell schon vorab mit dem Satz “Der Kunde bist du“. Und der Kunde bin ich ja tatsächlich. 

Tobias [00:06:38] Stimmt, du warst es vorher, nicht wahr? 

Kim [00:06:41] Der Kunde bin ich und das war das, wo ich gesagt habe, super, das passt zu mir. Und mit dem Ausbildungsstart, dem Einsteigerseminar, wo wir dann eben nochmal Fielmann dargelegt bekommen haben, hat man es einfach gemerkt, so wie später auch, dass wir immer preisgünstig und ohne Verkaufsdruck beraten. Das war einfach genau das und das ist immer noch genau das, warum ich hier eigentlich überhaupt bin und warum ich hier auch bleiben möchte. 

Tobias [00:07:10] Jetzt bist du schon sechs Jahre in diesem zweiten Berufsweg, den du eingeschlagen hast. Ich glaube, wir müssen mal kurz erklären, wo Fielmann seine Mitarbeitenden aus- und weiterbildet. Das ist die Fielmann Akademie Schloss Plön in Schleswig-Holstein, Birthe. Was ist das für ein Ort? 

Birthe [00:07:24] Tobi, das ist ein ganz, ganz besonderer Ort und selbst wenn ich jetzt darüber spreche, bekomme ich Gänsehaut, weil ich einfach dieses Bild dieses tollen Schlosses jetzt gerade im Kopf habe. 

Tobias [00:07:34] Also, das ist ein richtiges Schloss, das kann man sagen, oder? 

Birthe [00:07:38] Es ist ein wunderschönes, richtiges Schloss. Ich kann es nicht anders sagen, es ist ein Märchenschloss. Es ist gelegen am großen Plöner See, diese Kulisse ist einmalig und ich glaube jeder Fielmann-Mitarbeiter, der das erste Mal dieses Schloss sieht, bekommt Gänsehaut und ich kenne dieses Schloss mittlerweile seit fast 17 Jahren und ja, es ist Wahnsinn. 

Tobias [00:07:58] Wie ging's dir Kim, als du das erste Mal da durch das Portal geschritten bist? 

Kim [00:08:02] Ja, ich musste erst mal den Berg hoch und war da schon völlig außer Atem. Aber das letzte bisschen Atem wurde mir dann tatsächlich von dem Anblick des Schlosses geraubt. Das war echt wunderschön. Das war ein sehr kalter Abend. Ich weiß noch, wie ich da hochgestapft bin und dann kam dieses beleuchtete Schloss. Und ich habe Gänsehaut bekommen und dachte, mein Gott, das ist so besonders. Das ist so cool, dass ich hier sein kann. Und wirklich, also ich finde es jetzt noch immer noch ganz ganz toll und bin auch manchmal gerne noch da. Wir sind ja nicht mehr so oft da wie in der Ausbildung, aber ich freue mich jedes Mal, das ist einfach überwältigend. 

Tobias [00:08:39] Wir verlinken euch einfach mal die Webseite der Akademie in den Shownotes, denn dieser Ort, der ist schon wirklich sehr besonders. Nicht nur, weil er natürlich auch eine Begegnungsstätte ist. Was für Kurse und Weiterbildungen werden denn angeboten? 

Birthe [00:08:52] In der Fielmann Akademie Schloss Plön haben wir zum einen für die Augenoptiker eine eigene Meisterschule. Auch die augenoptischen Trainings wie Fachtrainings oder Philosophietrainings finden im Schloss Plön statt. Und für die Hörakustik haben wir auch Räumlichkeiten. Zum einen eine voll ausgestattete Lehrwerkstatt und zum anderen Trainingsräume, die gerade meine Mitarbeiterinnen und ich für unsere Philosophietrainings nutzen in der Hörakustik. 

Tobias [00:09:15] Die Lehrwerkstätten in Plön kennt natürlich auch Kim sehr gut, denn dort hat sie inzwischen viele Male ihre Zeit verbracht. Und eins haben wir ganz vergessen zu sagen, Kim, du warst damals in deinem Ausbildungsjahr unter den Top drei der besten Akustiker des Jahres in ganz Deutschland. 

Kim [00:09:31] Ja, das stimmt. 

Tobias [00:09:32] Wie hast du das gemacht? 

Kim [00:09:34] Ich habe keine Ahnung. Nein, ich habe mich wirklich dahintergeklemmt, aber ich muss sagen, dass neben der Niederlassung, wo wir auch viel trainiert wurden oder uns viel beigebracht wurde, war immer die Zeit in Plön und auch in Offenbach wahnsinnig wichtig. Also wir haben sehr viel Praxis geübt, vor allem vor den Prüfungen. Wir sind also direkt vor den Prüfungen dort geschult worden, zwei Wochen, sind dann zu den praktischen Prüfungen gefahren. Genauso wie auch bei der Theorieprüfung, wo wir noch mal in der Theorie unterstützt wurden, war das einfach einwandfrei. Und dadurch, dass wir diese Chance hatten und das auch vernünftig genutzt haben, bzw. ich da voll drinnen war, bin ich da in die Prüfung reingegangen. War natürlich total aufgeregt, hätte auch nie geglaubt, dass es so ist, aber ich habe einfach nur das gemacht, was ich zwei Wochen lang vorher gemacht habe. Und genau das war es gewesen. Also ohne diese Unterstützung wäre ich nicht auf dem Treppchen gelandet. 

Tobias [00:10:30] Und inzwischen, muss man auch noch sagen, hast du auch deinen Meister gemacht, nicht wahr? 

Kim [00:10:33] Das stimmt, den Meister habe ich auch noch gemacht. Da durfte ich dann auch wieder nach Plön zurückkehren und da genau das Gleiche. Also wir wurden so gut geschult. 

Tobias [00:10:42] Aber man kann echt sagen, du hast spät mit der Akustik angefangen und dann richtig den Turbo gezündet. 

Kim [00:10:47] Ja, irgendwie habe ich dann tatsächlich das gefunden, wofür ich brenne. 

Tobias [00:10:51] Was ist jetzt deine Aufgabe? 

Kim [00:10:53] Ich bin Hörakustikleitung in Siegen. 

Tobias [00:10:58] War das immer dein Ziel, irgendwann mal Akustikmeisterin mit einem eigenen Team zu werden? Also Führungskraft? 

Kim [00:11:04] Nein, tatsächlich nicht. Ich wollte erst mal einfach Hörakustikerin sein. Und mit dem Meister habe ich immer geliebäugelt, weil mich das Thema einfach wahnsinnig interessiert hat. Ich wollte da noch mehr wissen und mich da mehr weiterbilden. Und meine damalige Leitung kam als erstes auf mich zu und fragte, was hast du denn vor? Und hat mir das so ein bisschen erklärt, wie das abläuft. Ich habe dann zu ihr gesagt, hör mal, ich weiß nicht, ob ich das kann und ob ich mich da sehe. Und sie hat mich da immer unterstützt. Also das war wirklich toll. Und sie hat mir dann auch das Junior-Traineeprogramm angeboten, hat gesagt, guck doch erst mal, ob das was für dich ist, da hast du schon so erste Projekte oder ein Projekt, was du leitest, Leitungsaufgaben. Dafür habe ich mich dann beworben, über das Potenzialseminar inklusive für den Meister. Ich habe das dann bei Birthe gemacht. 

Tobias [00:11:50] Ach, die Birthe war wieder mit im Spiel. 

Kim [00:11:53] Genau. Die hat mich dann da an die Hand genommen. Und ja, das waren alles Erfahrungen, die einfach toll waren, weil so viele Leute an mich geglaubt haben, mehr als ich an mich selbst geglaubt habe, tatsächlich. Und so bin ich dann dank ihnen da gelandet, wo ich jetzt bin, sonst wäre ich da jetzt nicht. 

Tobias [00:12:09] Was hast du denn geglaubt, nicht zu können? 

Kim [00:12:12] Ja, ich war mir unsicher. Wir hatten zum Beispiel eine Aufgabe im Junior-Traineeprogramm im Abschlussgespräch nochmal zu sagen, was sind unsere Stärken. Da hatte ich dann meine zwei, drei Punkte. Mehr sind das nicht gewesen, wo ich gesagt habe, da bin ich gut. Und mehr ist mir da tatsächlich gar nicht in dem Moment eingefallen. Und das war dann eine sehr schöne Erfahrung, weil ich hatte das Gespräch mit Birthe und die sagte dann nur, Kim, pack bitte deinen Stift aus und dann schreibst du noch dazu das und das und das und das und das. Und das war echt toll. Also das war mir gar nicht so bewusst und das war so wichtig für mich, dieses Feedback mal zu bekommen. 

Tobias [00:12:51] Und was waren deine Beobachtungen, Birthe? 

Birthe [00:12:53] Genau, das sind meine Beobachtungen gewesen, die ich während dieser Zeit des Traineeprogramms hatte und gemacht habe mit Kim. Und da ist mir erst aufgefallen, dass irgendwie immer so eine Hürde da ist, wirklich aufzuschreiben, was kann ich richtig gut. Und wenn dann jemand von außen kommt und sagt, hey, pass mal auf, ich habe folgende Punkte bei dir gesehen und die waren mega, bitte, bitte aufschreiben, dann kommt das Strahlen in die Augen und die Leute wachsen in dem Moment schon wieder ein Stück. 

Kim [00:13:17] Ich war drei Meter groß, als ich aus dem Gespräch rausgegangen bin. 

Tobias [00:13:24] Birthe, erlebst du das häufiger als Trainerin? Ist es eine geschlechterspezifische Sache? Ist es so, dass Frauen sich, wenn es um Führungsaufgaben in dieser Branche geht, eher unterschätzen oder erlebst du das häufig, dass Leute sagen: Ach, ich weiß gar nicht, ob ich das kann und will? 

Birthe [00:13:39] Ich glaube tatsächlich, dass es bei Frauen häufiger vorkommt. Bei Kim, sie hat es gerade schon gesagt, war das ähnlich. Und Kim hat so viele tolle Fähigkeiten für diese Führungsposition schon mitgebracht. Die waren da, die mussten ein bisschen rausgekitzelt werden und Kim selbst musste das auch erkennen. 

Tobias [00:13:58] Was genau? 

Birthe [00:13:59] Kim ist super teamorientiert unterwegs gewesen in ihrer Projektphase. Sie ist immer super kundenorientiert gewesen. Sie ist ehrgeizig, strukturiert und organisiert. Und das hat mich total beeindruckt. Für jemanden, der wirklich innerhalb kürzester Zeit diesen Karriereweg geht. Vom Azubi übers Potenzialseminar in das damalige Junior-Traineeprogramm, um dann die Meisterschule zu besuchen. 

Tobias [00:14:21] Kim, würdest du sagen, du hast in dieser Zeit, in der du dann eben auch zur Führungskraft entwickelt worden bist, neue Dinge über dich gelernt? 

Kim [00:14:29] Total viel. Also wirklich, wirklich viel. Das hat ja viel mit Selbstreflektion zu tun. Wie Birthe auch gerade sagte, auch bei dem Programm, war es eine der Hauptaufgaben oder der Hauptbausteine, erst mal an uns selbst zu gehen, zu sagen, wo sind meine Stärken? Wo haben wir vielleicht Herausforderungen? Wo kann man noch ein bisschen nachhelfen oder lernen? Und das gehört ja auch meiner Meinung nach zu einer Führungsaufgabe, sich auch immer selbst nochmal hinzustellen und zu überlegen, wie bin ich jetzt? Wo sind meine Stärken? Wo sind meine Herausforderungen und so weiter? Und ich habe mich immer weiterentwickelt und tue das heute noch mit jeder Herausforderung, vor der ich stehe. Ob das mit Kunden ist, ob das mit Mitarbeitern ist. Von daher, ich bin immer noch nicht fertig, aber ich nehme an, das werde ich auch nie sein. 

Tobias [00:15:17] Was würdest du denn Menschen raten, die nicht genau wissen, ob sie schon so weit sind, so wie du am Anfang auch deine Zweifel hattest, den Schritt in diese Führung zu gehen? Was würdest du denen empfehlen? 

Kim [00:15:30] Wenn ich darin wirklich Führungspotenzial sehe, würde ich sagen: Mach es einfach. Mach‘s nicht so wie ich, dass du dich so klein machst oder einfach nicht erkennst, was du eigentlich Großartiges machst, mach es einfach und du wirst sehen, du wächst daran. Da muss ich tatsächlich nochmal meine damalige Leitung zitieren, weil ich hab dann gesagt, ich weiß gar nicht, ob ich das schaffe, mein Gott, und wie soll ich das denn machen? Und wenn das ein großes Team ist? Und die hat gesagt: Ganz ehrlich Kim, mach es bitte, du wächst da rein. Wir sind da alle reingewachsen, man muss eben nur den Schritt gehen. Und das ist bis heute in meinem Kopf drin und genauso würde ich das auch weitergeben. 

Tobias [00:16:14] Kannst du das ergänzen, Birthe? 

Birthe [00:16:15] Ich finde, es ist superwichtig, dass wir unseren Mitarbeitenden auch Feedback geben, und zwar regelmäßig und ihnen sowohl ihre Stärken und Qualitäten aufzeigen als auch die Herausforderungen bzw. Potenziale, die wir sehen, damit sie daran arbeiten können. Und dann sollte jede Führungskraft wirklich ihren Mitarbeitenden so stärken, dass diese Person losgeht und sagt, ich mache das jetzt. 

Tobias [00:16:39] Aber wie kann man denn vielleicht besonders Frauen den Rücken stärken, damit die sich auch trauen, Verantwortung zu übernehmen? 

Birthe [00:16:45] Das kann ja anfangen mit kleineren Projekten im Hörakustikstudio, an denen sie sich auch mal ausprobieren können, ohne selbst schon in dieser Führungsrolle zu sein. Und für mich ist das A und O, miteinander zu sprechen, transparent zu sein und sich wirklich gegenseitig zu unterstützen, das, was Kim auch in der Vergangenheit kennengelernt hat. 

Tobias [00:17:02] Kim, würdest du denn sagen, du bist jetzt in deiner Rolle als Leiterin eines Akustikstudios angekommen? 

Kim [00:17:09] Ja, ich bin angekommen, nach einem gar nicht so langen Weg, bin ich angekommen und da auch zufrieden. 

Tobias [00:17:17] Ich glaube, wir haben heute erlebt, wie hilfreich und klasse es ist, wenn in der Ausbildung und der anschließenden beruflichen Entwicklung Mentoren, Trainer, natürlich auch Führungskräfte zusammenarbeiten. Und wenn man dann noch so etwas hat wie die Akademie Schloss Plön, ist das natürlich umso cooler, weil dann jede Weiterentwicklung auch noch zu einem echten Erlebnis wird. Birthe, Kim, ich danke euch ganz herzlich fürs Kommen. Schön, dass ihr da wart. 

Birthe [00:17:40] Dankeschön und vielen Dank, dass Kim und ich uns nach langer Zeit hier wieder getroffen haben. 

Kim [00:17:45] Das ist wirklich toll. Ich muss ganz ehrlich sagen, die Birthe war durch das Traineeprogramm, und das jetzt ohne zu schleimen, immer eine der Personen bei Fielmann, auf die ich immer hochgesehen habe, wo ich gesagt habe, die ist so toll, die ist wertschätzend und die ist so stark und trotzdem so einfühlsam. Ich möchte auch mal so werden wie sie, auch mit Anfang 30 noch. 

Tobias [00:18:09] Das geht jetzt runter wie Öl, oder? 

Birthe [00:18:15] Ja. 

Tobias [00:18:15] Wieso habt ihr euch für einen Beruf in der Hörakustik entschieden? Das würde uns wirklich interessieren. Wenn ihr Lust habt, dann erzählt es uns. In einer der späteren Folgen werden eure Erlebnisse und Geschichten auf jeden Fall Thema sein. Hier bei Hearing Connects. Alle zwei Wochen gibt es eine neue Folge. Und wenn sie euch gefallen sollten, dann erzählt bitte euren Kolleginnen und Kollegen davon. Lasst uns ein Like da. Gerne auch ein Abo und einen Kommentar. Darüber freuen wir uns wirklich sehr. Euch jetzt erstmal eine gute Zeit. Bis zum nächsten Mal und wir hören uns. 

Station Voice [00:18:44] Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal bei Hearing Connects. Ihr wollt gutes Hören möglich machen? Dann kommt in unser Team. Mehr auf career.fielmann.com 

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